Sonntag, 24. Juli 2011

Der Moerder Anders Behring Breivik, war er ein Freimaurer?


Der Massenmord in Oslo, erscheint vor dem Hintergrund der Gegenwarts- und Menschheits-Geschichte als ein fataler Irrweg der Gewalt, der ähnlich motivierte Taten nach sich ziehen soll. Die Zielrichtung der islamfeindlichen Partei für die Freiheit (PVV) des Rechtspopulisten Geert Wilders mischt sich mit dem abstrusen Rechts-Radikalismus eines Horst Mahler in Deutschland und dem satanisch-wahabitischen  Fundamentalismus eines Bin Laden, der die blutige Auseinandersetzung auch innerhalb des Islam erzeugte. Der Täter ist kein Amokläufer, sondern ein ideologischer und isolierter Selbst-Darsteller am Anfang einer angedachten Bewegung, die alle Dämme friedlicher Auseinandersetzung mit der globalen Wirklichkeit brechen will und nun damit begonnen hat. Er ist der erste, der mit terroristischen Mitteln gegen den Islam operierte, somit der erste, der aus dem asymmetrischen Krieg einen symmetrischen machte. Die Symmetrie bedeutet, dass nun beide Seiten bewusst mit zivilen Opfern kalkulieren und beide extrem menschenfeindlich sind.

Für dieses Ziel ließ sich der Massen-Mörder ruhig festnehmen und nicht erschießen. Er will das Manifest, das seine Tat begleitet, im Gefängnis fortsetzen (wie Horst Mahlerk, der ebenfalls ein Manifest nach dem anderen produzieren will), fühlt sich als Templer-Ritter. Vermessenheit, aberwitziger Hochmut und psychotisch-monomanische Fehleinschätzung werden deutlich, wenn ein wirklicher Ritter, zum Beispiel Robert de Setvans rechte Spalte, gegenüber gestellt wird (wie schon im Falle Trichet, dem Papier-Ritter ohne Kraft). Die Gefahr, die von dem Irrläufer Breivik ausgeht, darf nun aber auch nicht unterschätzt werden, weil es den Bodensatz, Menschen seinesgleichen mit ähnlichen politischen Zielen, leider gibt. Horst Mahler rechnet ebenfalls mit diesem Bodensatz, den er im ultrarechten Spektrum bei den Neonazis findet, nachdem das ebenso gewaltbereite ultralinke Spektrum ausgebrannt und für ihn uninteressant geworden war.

Breiwik hat vom fundamentalistischen Islam gelernt. Diabolische und grausame Mittel haben wegen moderner Waffen heute eine Chance. Auf diese Weise lässt sich ein kopierter asymmetrischer Krieg aus dem Untergrund führen. Daher lässt sich der armselige Irrläufer mit den Wahhabiten Saudi-Arabiens vergleichen, die Gewalt und Schrecken mittels des hinterhältigen terroristischen Potentials über die Erde gebracht haben, um sektiererische Glaubens-Reinheit zu erzwingen. Anders Breivik: der Massenmörder von Oslo will dieses Modell auf Europa übertragen, "seinen" Kontinent, den er "retten" will. "Unschuldig" sei er, ließ er im Gericht verlauten, wohl weil er sich einbildet "reine Ziele" zu haben und weil er das Verfahren gegen ihn in die Länge ziehen will. Seine Ziele will er in die Welt posaunen, seine Opfer nimmt er als "notwendige" in Kauf. Auch hier findet sich eine Parallele zu Horst Mahler, der sich berufen, fast auserwählt fühlt und sich dazu ein christlich-dynamisches Weltbild zurecht gezimmert hat, das strategische Opfer möglich macht.

Öffentlichkeit, Sensations-Presse, Prozess, Gefängnis, Manifeste und die Selbst-Darstellungen des Täters, überhöht als Retter-Ritter, sind Öl auf das Feuer einer in Europa latent vorhandenen Gewalt-Bereitschaft. Dämme des Gewissens sollten gebrochen werden, um ein Feuer der Gewalt anzufachen. Wieder einmal ist verbohrter Glaube an die Kraft schöpferischer, geradezu göttlich gemeinter Gewalt am Werk, die nur das isolierte männliche Prinzip hervor bringen kann. Die Nazis begannen ähnlich und wiesen sich selbst die kitschigsten Überhöhungen zu.

Das männliche Prinzip angeblich schöpferischer und göttlicher Gewalt wird so isoliert, dass ideologische Verblendung Mitleid ausschließt, morden und dazu noch jubeln kann, jubeln über einen Massenmord an Jugendlichen, die fliehen und in den Rücken geschossen werden, die sich tot stellen und trotzdem in die Köpfe geschossen werden. Die Isolierung gipfelt in der Aussage des Täters, die Taten seien "notwendig" gewesen. In Talk-Runden wie Paltalk entstehen gleich Themen wie: "Der Kampf hat begonnen". Deutschland ist krank.


Mörder Anders Behring Breivik
Der schuldfähige Massen-Mörder Anders Behring Breivik
Wie hätte Robert de Setvans mit dem Feigling und Kinder-Mörder Breivik verfahren? Oh je, der Wurm wäre sehr langsam und schmerzhaft gestorben.

Wer ist Anders Behring Breivik, der Massenmörder von Oslo, der sich zu seiner Schießerei im Jugend-Camp auf der "paradiesischen" Insel und zu dem vorausgehenden Bomben-Attentat auf das Osloher Regierungs-Gebäude, auf eine sozialdemokratisch-liberale Regierung bekannt hat? Ein konservativer Christ sei er, heißt es da, ein Muslim-Hasser und Freimaurer. Politisch motiviert mordete er gegen Mitte-Links-Liberalismus, gegen "Kultur-Marxismus" und eine Multi-Kulti-Szenerie in Norwegen. Das ganze Land steht jetzt unter Schock.

Er bezeichnet sich in seinem kruden Vermächtnis selbst als "Justiciar Knight Commander". Er möchte gerne den höchsten Rang bei den Templer-Rittern einnehmen. Selbsternennungen sind Hirngespinste. Robert de Setvans, ein wirklicher gestandener Ritter, scheint genau der richtige zu sein, um durch seine Charakterisierung (siehe unten und rechte Spalte) das kleine Würstchen Anders Breivid als ein Nichts, wahrscheinlich eher als Psychopaten zu entlarven. Das Würstchen wollte durch möglichst viel Morden an Bedeutung gewinnen. Seine Mord-Taten sind eigentlich nur möglich, wenn dieser Mann in seiner Isolierung in das Fahrwasser sexuellen Sadismus geriet. Er manipulierte seine Munition für extra grausame Opfer-Wunden.

Solche Ausbrüche haben in der Regel eine sehr lange Vorgeschichte bis in die Kindheit. Dann wird vorsichtig eine entsprechende Szene gesucht. Dann wird ebenfalls über lange Zeiträume eine Tat geplant, die Eitelkeiten befriedigt, aber lediglich ein Auswuchs, eine monströse Konstruktion aufgrund einer außen vorgehaltenen und einer versteckten Lebens-Geschichte bedeutet. Die Lebensgeschichte verlief unauffällig. Eine Freundin wird nicht genannt. Er wuchs ohne Vater auf, lebte vorwiegend bei seiner Mutter, suchte die Abgeschiedenheit auf seiner Farm. Er philophierte meditierend vor sich hin, bastelte an seiner geheimen Super-Bombe, schrieb sein "Manifest" und versteckte seine Absichten bis zum Tag X, dem schrecklichen 22/Juli/2011.

Die vorangegangenen Kolumnen dieses Themas werden zur Lektüre empfohlen, weil die Welt des Anders Behring Breivik dann umso unwirklicher erscheint. Die Isolierung des Männlichen führt zu Hirngespinsten, die sich auch nur Männer ausdenken können. Offenbar tötete der Norweger im Jagdfieber nicht Kinder und Jugendliche eines Camps, sondern Objekte. Er ließ sich durch das Flehen eines der jungen Opfer, das schon angeschossen war, erweichen, wich also vor der Mordtat zurück, als er von Angesicht zu Angesicht mit einem Menschen konfrontiert war, der flehentlich um Gnade bat. Dann schoss er weiter. Das männliche Hirn ermöglicht das kalte Abtrennen vom Gefühl, das weibliche nicht. Es ist sehr schwer, männliche Ideologie zu durchbrechen, wie Rassenwahn, Stalin, Pol Pot und Shoah beweisen. Die Disharmonie zugunsten männlicher Selbstherrlichkeit hat die Menschheit schon mehrmals an den Rand gebracht.

Die Konsequenz ist meine Forderung nach mehr Hochachtung für die gegenseitige Integration beider Geschlechter (DEIsmus), die solche Gewalt unmöglich macht. Der Islam versagt und hat eine ziemlich üble männliche Schlagseite, auch wenn Mohammed einen Schritt in Richtung dieser Integration getan hat. Ganz allgemein versagen Religionen, die auf dem Weltbild des Moses, der selbst der Gewalt verfiel, aufbauen. Säkularisierte Staats-Gefüge gleichen aus, wenn sie zumindest eine gesetzliche Gleichberechtigung durchsetzen, auch gegen ihre Religionen auf ihrem Staatsgebiet. Aber das alles ist offenbar nicht genug. 

Mühsam hat die katholische Kirche eine Integration des Weiblichen durch Maria, die Mutter Christi, aufgebaut. Die Kirche, der Kirchenraum sind Maria. Die Gewalt, das Böse in Gestalt eines Drachen oder einer Schlange wird von der "Immaculata" unter ihren Füßen niedrig gehalten. Die Gewalt wird unter den Füßen Mariä gebändigt. Trotzdem gab es die Grausamkeiten der Inquisition. Trotzdem gibt es immer wieder Gewalt-Ausbrüche wie jetzt in Norwegen. In England um 1300 gelang diese Integration, da sich viele weibliche Messinggrabmäler finden, ein etwa zeitgleiches in Trotton, Lady Margaret Camoys, 1310.


Bildzitat. Das "Monumental Brass" ist eine Kopie, um das Original zu schonen. Die Kopfbedeckung mutet muslimisch an. Europa wurde in dieser Zeit durch arabische Wissenschaft befruchtet. Antike griechische Autoren wie Aristoteles und Platon wurden aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt. Nur dort waren Abschriften erhalten geblieben. Das "mystisch-christlich" verschlafene Europa wachte auf und konnte sich entwickeln. Universitäten entstanden, später bildeten sich freie Städte.

Sir Robert de Setvans, den ich dem ideologischen und religiösen Terrorismus entgegen halte, ließ seine Grablege in seinem Heimatort Chartam nahe Canterbury errichten. Er nannte die Kirche St. Mary. Er legte sich, nach katholischem Verständnis, in den Leib der Muttergottes. Er ließ Messingplatten vom Kontinent in der Form seiner Kontur ausschneiden und gravieren. Die goldglänzend geputzte Körperform aus Messing einer Legierung nächst dem Gold nahm das unendlich fein zerstäubte, absolut reine göttliche Licht des Empyreums auf, des Paradies-Himmels jenseits der Sterne, die in einer Sternen-Sphäre in riesigen Bahnen um die Erde als Mittelpunkt kreisten. Das göttliche materielle, geistig gesehene Licht schuf auch die idealen Formen der Menschen. (2) Dieses Weltbild lehrte Bischof Robert Grosseteste, so an der jungen Universität Paris, dann in England, zuletzt in Lincoln. Er sah eine qualitative Abstufung des göttlichen Lichtes durch die rauhen Sphären bis hin zur eher dunklen Erde. Tiefe Gläubigkeit bestimmte diese Generation, die weiblich integriert war, die Muttergottes verehrte und durch die Sterne hindurch sah.

Inquisition und Folter kamen von einem anderen Manko der Kirche, nämlich der mystischen Verherrlichung des Martyriums und der Verdächtigung von weltlichen und natürlichen Eigenschaften des Menschen, die unterdrückt wurden. Die Religion wurde, besonders zusammen mit weltlicher Macht, psychopatisch interpretiert und verstieg sich in Grausamkeiten angeblich im Auftrag Gottes, realiter aber im Sinne einer kranken Männer-Gesellschaft. Die Inquisition scheint weitgehend überwunden zu sein, dennoch oder vielleicht deshalb schwitzt die katholische Kirche umso mehr Kindes-Missbrauch aus.

Religion und Männer-Wahn, der sich göttlich angehaucht fühlt und selbst-bezogen Attribute des vermeintlich männlichen Schöpfers übernehmen will, müssen neu gesehen werden. Männer-Dominanz oder die Isolierung einzelner männlicher Protagonisten sind schon von vornherein verdächtig. Die weibliche Integration fehlt dann. Apokalyptische Zeiten oder Taten waren vielfach die Folge. Trauer-Bilder aus Norwegen, die tief anrühren, zeichnen dagegen eine weibliche Realität, wie oben im Eingangs-Bild, die den grausamen Wahnsinn abgründiger männlicher Verwirrung einfach nicht kennt und auch jetzt noch nicht fassen kann.

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Nachtrag 27/Juli/2011 mit Antwort auf politische Radikalisierung am 28/Juli/2011

Leichtfertige Argumente in Bierkneipen oder bei sonstigen Gelegenheiten, in lockeren Gruppen, in denen Themen angeschnitten, aber nicht ausdiskutiert werden, darf man eigentlich nicht so ernst nehmen. Von einem Holländer, einem früheren Mathe- und Physik-Lehrer, hörte ich heute morgen, der Norweger habe "die Falschen getötet". Wären es Muslime gewesen, wäre er einverstanden gewesen. So halbwegs könne er das Ereignis verstehen. Stolz und Ehre seien in seinem Land durch Überfremdung durch Muslime verletzt. Freie Meinung, freie Gedanken sind erlaubt, konkrete Taten in dieser Richtung nicht. Dafür gibt es Gesetze.

Ich hoffe, mit meiner Kolumne zu diesem Thema gezeigt zu haben, dass solche radikalisierten Gedanken-Spiele in die völlig falsche Richtung gehen. Ein Land sollte sich darauf konzentrieren, seine Kultur nicht zu politisieren, sondern seine Kultur qualitativ zu bereichern. Dann wird sie auch durch Zuwanderer, die meist entwurzelt sind, zu den Schwachen der Gesellschaft gehören, schon in der nächsten Generation assimiliert werden. Mischkulturen können entstehen, deren Teile sich gegenseitig befruchten. Wunderbare Mittel der Verständigung sind Musik (1), Sport, Kunst, gesellschaftliche Ereignisse, die Familien einander näher bringen, sind Betrachtungsweisen auf das Individuum, auf die Qualität des Menschlichen an sich. Mehr Integration des weiblichen Bevölkerung-Anteils hilft ebenfalls, weil der Fokus auf die jeweils geborene neue Generation gelenkt wird. Und das bedeutet Ausbildung, gute Schulung, das Vermitteln des Umgangs mit dem Wissen der Zeit und eine muntere Auseinandersetzung mit dem jeweiligen anderen Geschlecht, die Ermunterung an junge Menschen, sich nicht zu isolieren, im Mama-Hotel auszuharren, sondern Freunde und Freundinnen zu suchen, um sich zu erproben und auszurichten.

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(1)
Roberto Paternostro, erfahrener Wagner-Dirigent, spielte mit seinem Israel Chamber Orchestra Musik von Richard Wagner in Bayreuth. Wenn solche Einsicht grenzenloser Kunst und Musik möglich ist, mag sie überall möglich sein.

(2)
Eine geistige Vorstellung vom eigenen Körper, der in seiner Licht-Form strahlen kann, eine menschliche Verlässlichkeit ausstrahlt, könnte auch in der heutigen gehetzten Fastfood-Zeit eine Hilfe sein und zu Sport, geistiger Aktivität, Aufgewecktheit, kommunikativer Ansprechbarkeit und Mitgefühl anregen. Diese Ausstrahlung wäre das Gegenteil einer Selbst-Darstellung aus dritten Gründen, politischen, geschäftlichen, der Täuschung, hochstaplerischen oder ähnlichen. Sie wäre echt, Teil der Person. Darum existiert Glaube oder eine Art Glaubens-Gewissheit in Religionen, damit nämlich ein übersinnlicher Maßstab den Menschen mit sich ins Reine bringen kann, ins Reine mit seinem tiefgründig angelegten Gewissen. Das gute Gewissen schon in der Kindheit zu schulen und vor schlechtem Gewissen zu warnen ist eine der Haupt-Aufgaben der Menschheit. Eltern können diese Aufgabe bewältigen, wenn sie für ihre Kinder schlicht sehr viel Liebe übrig haben, Gerechtigkeit üben und zum Mitgefühl in vielen Situationen anleiten. Sie können die Kinder auf diese Weise stärken und lebenstüchtig zu machen. Sie übernehmen ein universelles Prinzip, dass nämlich Leben Bewegung bedeutet, körperliche, geistige und sinnliche Beweglichkeit, die auf die Spur eines lebenslangen Lernens lenkt. Die Unvollkommenheit ist eben das Menschliche, die Vollkommenheit der übersinnliche oder überirdische Maßstab, der tröstlich wirkt, zu dem aufgeschaut werden kann. 

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